Bibliothek der Freiheit

Hier könnt ihr einige Vorschläge empfehlenswerter deutschsprachiger Bücher finden. Für alle, die sich weiter informieren möchten! Vorschläge nehmen wir gerne hier entgegen.

 

Für Neugierige


 

belogenegeneration

Roland Baaders Die belogene Generation ist ein sehr guter Einstieg für alle junge Menschen, die sich mit freiheitlichen Gedanken auseinandersetzen wollen.
Das in Interviewform geschriebene Buch bietet eine scharfe und offene Analyse der Fehlentwicklung für diejenigen an, die wissen wollen, was die wahren Voraussetzungen für unser Überleben in Freiheit und Würde sind.

 


SkleroseAusgehend von dem Befund einer seit Jahrzehnten nachlassenden wirtschaftlichen Dynamik in Deutschland geht Helmut Krebs der Frage ihrer ökonomischen, soziologischen und ideologischen Ursachen nach. Auf der Grundlage von Ludwig von Mises Ökonomik arbeitet er die der hochentwickelten Marktwirtschaft innewohnenden Bremskräf­ten heraus. Er zeichnet den soziologischen Tatbestand einer alternden Gesellschaft nach und leitet aus dieser die Gründe für die steigende Sicherheitsbedürfnisse und die Ansatzpunkte einer ausufernden interventionistischen Politik ab. In den herrschenden Ideologien sieht er die tiefsten Triebkräfte gesellschaftlicher Veränderungen und damit zugleich die entscheidenden Gründe sozio-ökonomischen Wandels. Die ideologiekritische Studie legt die beiden Hauptströme eines Konservatismus der Besitzstandswahrers frei: die egalistische Tendenz der Einebnung von Unterschieden in Einkommen und Vermögen und die seit den letzten Jahrzehnten erneut erstarkte elitaristische Tendenz der fortschrittsfeindlichen Ökologisten. Er führt diesen auf Ursprünge in der Romantik und in der antirationalistischen Philosophie des 19. Jahrhunderts zurück und zeigt die gemeinsamen Wurzeln und die geistige Verwandtschaft mit den totalitären Traditionen auf.

Helmut Krebs: Sklerose. Leitbilder und Ideologien einer alternden Gesellschaft, BoD, Norderstedt, 2015, 210 Seiten


MierschDie seltsamsten Verbindungen haben Konjunktur: Oskar Lafontaine und Peter Gauweiler beklagen gemeinsam den allgemeinen Werteverfall, grüne Politiker und katholische Kardinäle predigen einträchtig gegen Stammzellenforschung, Attac und NPD demonstrieren mit gleichen Parolen gegen die Globalisierung. Einig sind die scheinbar weit voneinander entfernten Lager gegen TTIP, gegen die EU und gegen den Euro. Die Zukunftsdebatten laufen quer zur alten Rechts-Links-Aufstellung. Die Gesellschaft sortiert sich neu und im allgemeinen Durcheinander bilden sich zwei informelle Parteien heraus, die Partei des Fortschrittsoptimismus und die Partei der Zukunftsangst.
Das Autorenduo Maxeiner/Miersch, bekannt von ihren Büchern Öko-Optimismus, Öko-Irrtümer und Das Mephisto-Prinzip zeichnen das Bild einer Gesellschaft, die ihrer Zukunft mit Angst entgegenblickt. Konservatismus ist zur Klammer von sich als Gesellschaftskritiker selbstmissverstehenden Mainstream-Vertretern geworden. Das Auftreten der nationalistisch-konservativen AfD kann als Prüfstein der Analyse gelten und als ihre glänzende Bestätigung.

Dirk Maxeiner/Michael Miersch: Die Zukunft und ihre Feinde. Wie Fortschrittspessimisten unsere Gesellschaft lähmen, Frankfurt, 2002, 228 Seiten


TherPhilip Ther ist Professor am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien. In der Zeit nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Staatensystems 1989 bereiste er viele osteuropäische Länder. Aus persönlicher Erfahrung und der Auswertung einer breiten Datengrundlage zeichnete er das Bild einer geschichtlich einmaligen Transformation von ehemals sozialistischen Länder zu mehr oder weniger liberalen. Der Übergang gelang in den verschiedenen Ländern in unterschiedlichem Maße und in unterschiedlichem Tempo wie auf unterschiedliche Weise. Russland entwickelte sich nach einer stürmischen und chaotischen Phase zu einem neo-imperialistischen autoritären Regime zurück, während es in Polen gelang, eine liberale Marktwirtschaft aufzubauen, die auch politischen Pluralismus tragen konnte.
Die Analysen Thers sind aufschlussreich auch für hochentwickelte liberale Demokratien, da sie das Zusammenspiel von liberalen Wirtschaftsreformen und dem politischen Kräftespiel an vielen Beispielen zeigen.

Philipp Ther: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa, Berlin, 2014, 431 Seiten


hankRainer Hank erzählt anhand der Biographie seiner Generation den Wandel linken Denkens. Ausgehend vom Jahr 1973, das mit der Ölkrise und dem Zusammenbruch des Währungssystems von Bretton Woods den Nachkriegsboom beendete, zeichnet er auf, wie der Glaube Risse bekam, mit ein bisschen Bloch’scher Utopie und dem unbändigen Willen zum Guten die Welt verändern zu können. Diese Rekonstruktion, was „links“ einst meinte und in der ökonomischen Gegenwart sein könnte, ist überfällig. Hanks starkes Plädoyer für einen politischen Kompass gerade in post-ideologischer Zeit mündet in die These, dass der „wahre“ Linke heute ein Liberaler ist.

Rainer Hank: Links, wo das Herz schlägt. Inventur einer politischen Idee, München, 2015, 256 Seiten


MitleidsindustrieEs ist ein jahrhundertealtes Dilemma. Humanitäre Helfer in Kriegs- und Katastrophengebieten möchten menschliches Leid lindern: unparteiisch und neutral, ungeachtet der Person oder der Umstände vor Ort. Doch kann Nothilfe in einem Kriegsgebiet überhaupt neutral sein oder verlängert sie automatisch den Konflikt und damit die Gewalt?
Die erfahrene Journalistin Linda Polman kennt die Krisenherde der letzten vier Jahrzehnte aus eigenem Erleben und weiß, dass humanitäre Hilfe voller Widersprüche steckt: Wie können NGOs neutral bleiben? Was, wenn die versprochenen Gelder nicht fließen? Wo beginnt und wo endet die Verantwortung unserer Hilfsorganisationen?
Ein Schwerpunktthema des Buches ist die Arbeit im Flüchtlingslager hinter der Grenze von Ruanda nach dem Massaker. Polman schreibt, wie die humanitäre Arbeit wider Willen zum parteiischen Faktor wird, die obsiegende Gruppe stärkt, das Leid der unterlegenen verstärkt und letztlich die Ursachen des Problems, das sie beheben will, verschlimmert.

Linda Polman: Die Mitleidsindustrie. Hinter den Kulissen internationaler Hilfsorganisationen, Frankfurt/New York, 2010, 267 Seiten


 

 

Wirtschaft-wirklich-verstehen

       „Nur, wer über eine solide ökonomische Wissensbasis verfügt, kann Aussagen aus Politik und Wirtschaft nachvollziehen und sich ein eigenes Urteil bilden. Und gerade hierzu befähigt die österreichische Schule. So haben nicht etwa die bekannten Propheten der Ökonomie die letzte Wirtschaftskrise präzise vorhergesagt, sondern vor allem ein kleiner Kreis von Volkswirten der österreichischen Schule.“ 
Wirtschaft wirklich verstehen von Rahim Taghizadegan ist ein leicht verständliches Standardwerk für alle, die sich für wirtschaftliche Zusammenhänge interessieren. Es bietet sich sehr gut als Einstiegswerk in die österreichische Schule der Nationalökonomie in der Tradition Mengers, Mises‘ und co. an.

 


geldgoldgottspielerNur wenige Ökonomen sahen die Finanzkrise ab 2007 voraus. Die Anhänger der österreischischen Schule der Nationalökonomie wussten, dass sie kommen würde und erst den Anfang darstellte. Einer von ihnen ist Roland Baader. In Geld, Gold und Gottspieler, Am Vorabend der nächsten Wetlwirtschaftskrise sagt er bereits 2004 die Krise voraus und untersucht, weshalb diese kommen muss und bereits zu diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Der Grund: Papiergeld. Geld, das nicht gedeckt sowie beliebig vermehrbar ist und dessen Zins durch Zentralbanken manipuliert wird, muss zu systematischen Aufschwüngen und den zwingend darauf folgenden Krisen führen. Die etablierte Meinung, Geld müsse in staatlicher Monopolhand sein, wird vernichtend kritisiert. Die von fast allen Seiten gewünschte Geldstabilität kann nur durch den freien Wettbewerb des Geldes, wie es Friedrich August von Hayek vorgechlagen hat, erreicht werden!

 


 

geldsozialismusEine Art Kurzfassung dieses Werkes ist Geldsozialismus, welches Baader kurz vor seinem Tod verfasste. In diesem kleinen Taschenbuch wird ebenfalls erklärt, weshalb es zur Krise kam und was noch kommen wird, nur nicht derart ausführlich wie im oben genannten Geld, Gold und Gottspieler.

 

 

 

 

 


Alan-Greenspan

Gold und wirtschaftliche Freiheit von Alan Greenspan
Der ehemalige Direktor der FED (1987 bis 2006) hat diesen äußerst prägnanten und kritischen Artikel verfasst und sagt heute, er würde kein Wort davon zurücknehmen, obwohl er die Welt im Geld -untertrieben gesagt – ertränkt hat.
„Eine geradezu hysterische Feindschaft gegen den Goldstandard verbindet Staatsinterventionisten aller Art. Sie spüren offenbar klarer und sensibler als viele Befürworter der freien Marktwirtschaft, daß Gold und wirtschaftliche Freiheit untrennbar sind, daß der Goldstandard ein Instrument freier Marktwirtschaft ist und sich beide wechselseitig bedingen. Um den Grund ihrer Feindschaft zu verstehen, muß man zunächst die Rolle des Goldes in einer freien Gesellschaft verstehen.
Geld ist der gemeinsame Maßstab aller… weiterlesen

 


ron-paul

Der amerikanische Kongressabgeordnete Ron Paul (Rep.) fordert in seinem Buch Befreit die Welt von der US-Notenbank die Abschaffung der FED und gibt faszinierende Einblicke in seine politische Tätigkeit.
„Tatsache ist: Die Federal Reserve Bank ist ein Kartell privater Bankunternehmen, das Geld an die Vereinigten Staaten verleiht. Durch die Inflationierung der Geldmenge und ihr Eingreifen in die freien Märkte trägt die Federal Reserve Bank die Schuld an der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise.“

 

 


psychologie_der_massenAus einer anderen Ecke stammt das Buch Psychologie der Massen vom französischen Psychologen Gustave Le Bon. Hier wird aus psychologischer Sicht aufgezeigt, aus welchen Beweggründen und auf welche Art sich Menschen, die in Massen auftreten, verhalten. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Massen leicht erregbar und deutlich eher dem Emotionalen statt dem Rationalen zugeneigt sind, weshalb die Demokratie als „beste aller Staatsformen“ angezweifelt werden sollte.

 

 


kapitalamprangerDas Kapital am Pranger, Ein Kompaß durch den politischen Begriffsnebel von Roland Baader beschäftigt sich damit, was eine Marktwirtschaft wirklich ist und ob unser gegenwärtiges System sich überhaupt als eine solche klassifizieren lässt. Hauptaugenmerk ist, wie der Titel schon verrät, eine Abrechnung mit den etlichen Irrtümern, die sich hinter den Kampfbegriffen wie „Kapitalismus“, „Neoliberalismus“, „Globalisierung“ etc. verbirgt.

 

 


 

Ein Buch darf natuerlich in der Auflistung nicht fehlen – Ayn Rands monumentales Atlas Shrugged, das zum literarischen Manifest einer neuen libertaeren Bewegung in den Vereinigten Staaten wurde und dort bis heute als das einflussreichste Buch nach der Bibel gilt. Rand verwebt in ihrem Hauptwerk einen spannenden Plot mit zahlreichen philosopischen Disziplinen und schafft dadurch ihre eigene Denkstroemung, den Objektivismus. Ein oft provokantes, jedoch nie plattse oder billig provozierendes Werk, dessen Lektuere zum Nachdenken anregt.

 

Für Profis


 

DownloadFreiheit des Menschen bedeutet das Recht zu leben, sich die lebensnotwendigen Dinge anzueignen und zu produzieren, wozu auch Grund und Boden gehört. Es bedeutet nach eigenem Willen handeln zu können, ohne sich dem Willen eines Diktators unterwerfen zu müssen. Es bedeutet, selbst denken zu können und zwischen wahr und falsch, gut und böse zu unterscheiden, seine Gedanken auszusprechen, sich zu informieren und mit anderen zu vereinigen. Es bedeutet geschützt zu sein vor Gewalt von seiten der anderen Menschen und dem Staat. Es bedeutet seinen Wohnsitz und auch sein Land frei wählen zu können. Über David Hume, John Locke, Kant, Bentham, Bastiat und Mises legt Helmut Krebs die Wurzeln des klassischen Liberalismus frei.

 

 


KantDass Immanuel Kant einer der bedeutendsten liberalen Philosophen war, ist vielen nicht bekannt, weil er heute überwiegend wegen seiner erkenntnistheoretischen Schrift „Kritik der reinen Vernunft“ und seiner Moralphilosophie rezipiert wird. Der „ewige Frieden“ wird dagegen allzu oft als utopisch und überholt abgetan. Dabei hat er sich, wie wir durch die epochale Studie Steven Pinkers zur Gewalt wissen, als geradezu prophetisch erwiesen.
Kant nennt drei Bedingungen, unter denen die Menschheit das Mittel des Krieges aus der Hand legen kann: 1. Die Schaffung von demokratischen Verhältnissen, 2. Die Anerkennung der bestehenden Grenzen und 3. der übernationale Zusammenschluss der Staaten. Der seit sieben Jahrzehnten währende Lange Frieden in Europa lässt sich aus diesen drei Faktoren erklären.

Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden, Stuttgart, 2008, 85 Seiten


hayekWährend seiner Lehrtätigkeit an der Universität von Chicago schrieb F. A. v. Hayek sein zweites Hauptwerk (neben „Weg zur Knechtschaft“ und dem Alterswerk „Recht, Gesetz und Freiheit“) die Verfassung der Freiheit. Es wurde außerordentlich wirkungsmächtig, insofern es zum Impulsgeber der neoliberalen Reformen der 1980er- und 1990er-Jahre in zahlreichen Ländern wurde, z.B. in den USA, in Deutschland vor allem aber in Großbritannien. Überliefert ist die Anekdote, nach der Margret Thatcher eines Tages das Buch aus ihrer Handtasche holte, auf den Tisch knallte und rief: „Das ist es, was wir glauben!“
Im ersten Teil stellt Hayek die zentrale Bedeutung der Freiheit für das Handeln des Individuums heraus und liefert eine philosophische Begründung freiheitlicher Politik. Im zweiten Teil legt er einen Grundriss liberaler Prinzipien auf zahlreichen Feldern politischer Tätigkeit vor. Im dritten kritisiert er die Verstöße wohlfahrtsstaatlicher Intentionen gegen rechtsstaatliche und freiheitliche Prinzipien.

Friedrich A. von Hayek: Die Verfassung der Freiheit, Tübingen, 2005, 575 Seiten


PopperKarl Popper entfaltet den Begriff der „offenen Gesellschaft“ als ein Modell, bei dem die Gewalt des Staates so weit wie möglich geteilt sein soll. Es lässt sich am besten im Rahmen einer parlamentarischen Demokratie realisieren, bei der die Möglichkeit besteht, die Regierung gewaltfrei abzuwählen. Es zielt auf die Verhinderung des Machtmissbrauchs und ist nicht mit der Herrschaft von Mehrheiten gleichzusetzen. Das Gesellschaftsmodell steht nach Popper zwischen einer Laissez-Faire-Gesellschaft einerseits und einer totalitären, am kollektivistischen Denken ausgerichteten andererseits, die sich in den Formen des Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus ausdrückten.
Popper leitet die kollektivistischen Ideologien ideengeschichtlich von den Philosophien Platons, Hegels und Karl Marx sowie ihrer Anhänger ab. Ihnen gemein ist ein geschichtsphilosophischer Mythos, bei dem die Geschichte einem Plan folgt, der von Anfang an feststeht und deren Enthüllung Aufgabe der Philosophen sei (Historizismus). Er stellt diesem entgegen, dass jedes historische Subjekt zu jedem Zeitpunkt mit seiner Entscheidung den weiteren Lauf der Dinge beeinflussen kann. Es gibt keine objektive unvermeidliche Tendenz.
In offenen Gesellschaften ist im Gegensatz zu ideologisch festgelegten, geschlossenen Gesellschaften der freie politische Diskurs wichtig für die Gestaltung der gesellschaftlichen Veränderungen. Die Bürgerfreiheiten der Meinung, Vereinigung und Versammlung sowie eine ideologische Neutralität sind von grundlegender Bedeutung.
Die gesellschaftlichen insbesondere die staatlichen Institutionen müssen sich einer ständigen Kritik stellen und immer veränderbar bleiben. Der Nationalstaat ist ein zeitweiliges Übel, das langfristig überwunden werden kann. Er soll eine ausreichende Grundversorgung sichern. Popper schlägt als Maxime statt der Maximierung des Glücks die bescheidenere Minimierung des Leidens vor.
Poppers offene Gesellschaft wurde Leitbild aller freiheitlichen Demokratien in Amerika, Europa, Asien und Australien. Sie beginnt auch in Afrika Fuß zu fassen.

Karl R. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, 1945, 2 Bände, UTB für Wissenschaft 1724 und 1725


KolevKolevs Buch unternimmt den Versuch, die Gründergeneration der Neoliberalen daraufhin zu untersuchen, welche Rolle sie dem Staat zuweisen. Es werden vier herausragende Neoliberale der ersten Stunde ausgewählt: Walter Eucken, Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises und Wilhelm Röpke. Ihre Staatsverständnisse werden in drei Vergleichen zueinander in Beziehung gesetzt und um ihr jeweiliges Gravitationszentrum aufgebaut. Die Analyse verläuft auf zwei Ebenen: Zunächst werden abstrakte Leitbilder für die Rolle des Staates herausgearbeitet, anschließend werden diese auf die konkrete Wirtschaftspolitik projiziert.
Ziel der Studie ist es, einen strukturierten Zugang zu den vier Denkern herzustellen und sie mit der Vielfalt und dem Wandel in ihren Denkmustern dem Leser zu präsentieren. So soll ein Beitrag zur Entmystifizierung des Neoliberalismus und seiner Protagonisten geleistet werden, damit der gegenwärtige Krisendiskurs von ihren Ideen profitieren kann.

Stefan Kolev: Neoliberale Staatsverständnisse im Vergleich, Stuttgart, 2013, 319 Seiten


PlickertDer Wirtschaftshistoriker Philip Plickert (bekannt als Redakteur der FAZ) analysiert den Niedergang des klassischen Liberalismus und dessen Krise im frühen 20. Jahrhundert. In der Zwischenkriegszeit entwickelten sich vier Zentren eines erneuerten Liberalismus: Wien, London, Freiburg und Chicago. 1947 gründete Friedrich August von Hayek die Mont Pèlerin Society (MPS) als Sammlungspunkt der versprengten und marginalisierten Neoliberalen. Mitglieder der MPS waren so einflussreiche Intellektuelle wie Hayek, Ludwig von Mises, Milton Fridman, James Buchanan, Walter Eucken, Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow sowie Ludwig Erhard. Der Autor schildert, gestützt auf reiches Quellenmaterial, den schwierigen Aufbau der MPS, unterschiedliche strategische Perspektiven, politische Durchbrüche und Durststrecken, die interne Krise und die langfristige Ausstrahlung der MPS auf die Wissenschaft und Politik. „Neoliberalismus“ wird vulgo als Schimpfwort für die heute vorherrschende Inflationspolitik, die Auswüchse der Börsen und des Bankenwesens oder einfach als Synonym des Pejorativums „Kapitalismus“ verwendet. All das geht an der Sache völlig vorbei. Wer dieses spannend geschriebene Geschichtswerk liest, begreift, dass der Neoliberalismus keine geschlossene Gesellschaftstheorie und auch keine ausgeführte Politikstrategie darstellt, sondern eine Gruppe sehr unterschiedlicher Denker, die die Liebe zur Freiheit vereint.

Philip Plickert: Wandlungen des Neoliberalismus. Eine Studie zu Entwicklung und Ausstrahlung der „Mont Pèlerin Society“, Stuttgart, 2008, 5169 Seiten


silberkomplott


Das Silberkomplott
 von Reinhard Deutsch ist ein Buch, welches eher für ein „eingelesenes“ Publikum gedacht ist. Schwerpunkt dieses Werkes ist die Geschichte des Geldes, wobei die Aufmerksamkeit hauptsächlich dem Silber gilt. Auch zur Geldtheorie findet sich in diesem Buch reichlich Lesematerial.

„In der Geschichte des Geldes reiht sich ein staatlicher Geldbetrug an den anderen. Reinhard Deutsch dokumentiert, wie Regierungen und die internationale Hochfinanz Gold und Silber als Geld abgeschafft und durch legalisiertes Falschgeld  ersetzt haben.
Durch die ständig steigenden Verbraucherpreise spürt der Bürger instinktiv, dass mit unserem Geldsystem etwas nicht stimmt. In Wahrheit steigen aber nicht die Preise, sondern das Geld wird immer wertloser, weil die Zentralbanken immer mehr davon erzeugen. Die „stabile“ D-Mark hat in ihrem kurzen Leben von 55 Jahren 80% ihres Wertes verloren und beim Euro geht es noch viel schneller. Dieser hat in seinen sechs Jahren schon 50% eingebüßt.“

 


derwegzurknechschaftEin libertärer Klassiker ist ohne Zweifel Der Weg zur Knechtschaft von Friedrich August von Hayek, welcher in der Zeit des Zweiten Weltkrieges verfasst wurde. Hayek zeigt auf, wie Interventionismus langsam aber sicher zum totalitären Staat führt; maßgebend hierfür ist vor allem die Behinderung des freien Preisbildungssystems. Ebenfalls werden rechte mit linken Sozialisten verglichen und es wird darauf verwiesen, dass es die linken Sozialisten waren, welche bereits vor Hitler Kinder und Jugendliche für sich gewinnen wollten und Organisationen gründeten, um ihnen ihre Ideologien einzutrichtern. Dass eine sozialistische Wirtschaft totalitär sein muss, ist eine Tatsache, die Hayek kompromisslos beweist. Ebenfalls konzentriert er sich auf die Tatsache, dass eine zentrale Stelle nicht allwissend sein kann und es somit oft zu Fehlentscheidungen kommen muss, da niemand zentral die Bedürfnisse von allen/vielen Individuen wissen kann.

 


Rothbard+Die-Ethik-der-Freiheit

Murray N. Rothbard ist einer der bedeudensten libertären Denker und Begründer der Privatrechtsgesellschaft. Sein philosophisch-wissenschaftliches Werk Die Ethik der Freiheit benennt die ethischen Grundlagen des menschlichen Wirtschaftens. Über die Entstehung des Eigentums, natürliche Grundrechte und moderne Freiheitstheorien gelangt er zum Anarchismus, alles ableitend und aufbauend auf einem einzigen Axiom, dem des Selbstbesitzes (selfownership) – „das Buch liefert jedenfalls provokante Denkanstöße, die keinen unberührt lassen sollten, der die Freiheit des Menschen als sein höchstes Gut sieht.“

 


gemeinwirtschaftWas genau ist Sozialismus und wieso hat er bisher noch nie wirklich funktioniert? Wer das wissen will, der sollte Die Gemeinwirtschaft, Untersuchungen über den Sozialismus lesen. Ludwig von Mises geht wie kein Anderer konsequent logisch vor und analysiert alle Arten des Sozialismus und der staatlichen Interventionen aus wirtschaftlicher, politischer und moralisch-ethischer Sicht – und lässt dabei kein Detail außer Acht. Demgegenüber wird der freie Markt dargestellt, dessen Mechanismen und Funktionsweisen ebenfalls beschrieben werden.
In diesem einzigartigen Werk präsentiert Ludwig von Mises die Theorie des Kalkulationsproblems (welches er bereits zwei Jahre vor Erscheinen des Buches veröffentlichte). Daraus folgert er schlüssig, dass der Sozialismus niemals und in keiner Auslegung funktionieren kann. Auf häufig diskutierte Fragen über den Markt, beispielsweise über Monopole, wird ebenfalls eingegangen. Dieses Werk ist zwar nicht gerade als Einstieg zu empfehlen, lohnt sich aber definitiv für jeden, der wirklich an der österreichischen Schule der Nationalökonomie und dem Sozialismus interessiert ist.

 

 


demokratiegott

„Die Demokratie ist die beste Staatsform“, daran halten die meisten Menschen eifrig fest. Doch was wäre, wenn dem nicht so ist oder es gar eine staatenlose Alternative gäbe? Hans-Hermann Hoppe geht in seinem Buch Demokratie, Der Gott, der keiner ist dieser Frage nach und zeigt, dass die Demokratie eines der schrecklichsten Übel unserer Zeit ist und stark zum Totalitarismus neigt. Ebenfalls bewertet Hoppe die klassische Monarchie des 18. Jahrhunderts als geringeres Übel im Vergleich zur modernen Massendemokratie. Hoppe empfielt die Privatrechtsgesellschaft (Anarchismus) und zeigt, wie diese funktionieren könnte. Die Grundübel der Demokratie werden scharfsinnig kritisiert, sodass manch überzeugter Demokrat doch zu zweifeln beginnt.

 


kreidefürdenwolfKreide für den Wolf, Die tödliche Illuison vom besiegten Sozialismus behandelt das Thema, inwieweit der Sozialismus wirklich vom Erdball verschwunden ist. Roland Baader zeigt, dass die westlichen Systeme vieles mit dem Sozialismus gemein haben und definitiv nicht als kapitalistisch bezeichnet werden dürfen. Die Irrtümer des Sozialismus werden aus philosophischer Sicht vernichtend zurückgewiesen, seien es jene, die seit der Antike existieren, solche die durch die Frühsozialisten um den Zeitraum der französischen Revolution verbreitet wurden oder selbstverständlich solche, die Karl Marx als „Wissenschaft“ verbreiten wollte. Marx‘ Arbeitswertlehre bricht Baader in seinem aggressiven Schreibstil wortwörtlich das Genick, sodass der Leser den Grundirrtum dieser Ideologie zu verstehen lernt. Dadurch wird das kollektivistische System auch durch ökonomische Argumente ausgehebelt. Zusammemfassend lässt sich sagen, dass Baader mithilfe dieses Buches den Leser darüber aufklären möchte, dass der Sozialismus nicht ausgestorben ist und immer noch -mehr oder weniger, bewusst oder unbewusst- von Millionen Menschen stillschweigend akzeptiert wird. Die katastrophalen Ereignisse infolge der sozialistischen Ideologie, bei denen bisher mehr als 200 Millionen Menschen starben, scheint die große Mehrheit der Menschen – vor allem der Intellektuellen – nicht zu interessieren. Wir leben im „Soft“-Sozialismus! Die Frage ist nur, ob die harte Variante des 20. Jahrhunderts wiederkehren wird.

 


kreaturvonjislandWer historisch interessiert ist, dem ist das Buch Die Kreatur von Jekyll Island von Edward Griffin zu empfehlen. Dort wird erklärt, welche mehr oder weniger geheimen Kreise in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika mehrmals versucht haben, eine Zentralbank zu etablieren und es schließlich im Jahre 1913 mit der Federal Reserve Bank auch endgültig geschafft haben. Welche Auswirkungen die kurzzeitig etablierten Vorgänger der Fed und diese selbst auf das Leben der Bürger hatten und noch haben, erklärt Griffin ausführlich. Als Beispiel seien beide Weltkriege genannt, welche durch die Kreise der Fed gewünscht, zum Teil beeinflusst und finanziert wurden.

 


theoriedesgeldesundderumlaufmittelEin bedeutender Klassiker aus dem Jahre 1912 ist die Theorie des Geldes und der Umlaufmittel von Ludwig von Mises, in welcher er die österreichische Geldtheorie, basierend auf der subjektivistischen Werttheorie und Grenznutzentheorie Carl Mengers – dem Begründer der österreichischen Schule der Nationalökonomie – aufstellt. Alle Geldarten werden in ihren Erscheinungsformen und Wirkungen erklärt. Das Regressionstheorem wird von Mises in diesem Werk aufgestellt. Dieses erklärt, weshalb Geld überhaupt einen Wert besitzt. Ebenfalls ist die Tatsache, dass Geld keine Werte misst, sondern nur Präferenzen angibt, eine von vielen neuen Erkenntnissen für den Leser. Diesem Irrtum sind fast alle ökonomischen Schulen verfallen, weshalb eine allgemeine Geldtheorie nur von den Österreichern aufgestellt werden konnte.

 


goldpolitikManipulieren Zentralbanken den Goldpreis? Und wenn ja, wie? Diese Fragen beantwortet Dimitri Speck in seinem Werk Geheime Goldpolitik mithilfe von scharfsinnigen Statistikanalysen. Dieses Buch zieht zur Beweisführung viele Schaubilder heran, welche bis ins Detail zerlegt werden, um daraus wiederum Goldpreismanipulationen auszumachen. Zusammen mit einigen Zitaten aus Zentralbankkreisen ergibt sich ein logisches Gesamtbild, welches eindeutig belegt, dass der Goldpreis schon seit Jahrzehnten systematisch manipuliert wird.

 

 

 


Download (1)Nationalökonomie, Theorie des Handelns und Wirtschaftens ist definitiv das Standardwerk eines echten Libertären und Mises‘ Hauptwerk. Er stellt hier eine komplette Analyse über einen freien Markt auf und erklärt, weshalb dieser dem Staat überlegen ist und dieser häufig das Gegenteil von dem erreicht, was er erreichen möchte. An die Tradition der österreichischen Schule anknüpfend, vermeidet er das Aufstellen von mathematischen Modellen zur Beschreibung menschlicher Handlungen auf dem Markt. Stattdessen setzt er – typisch für diese ökonomische Schule – auf die reine Logik, um die Phänomene des menschlichen Handelns zu ergründen und erklären.