DSC01648Am Dienstag, den 24. Mai 2016 hatte Students For Liberty die Ehre, den bekannten Aktivist und inspirierenden Redner Clemens Schneider an der Universität Heidelberg zu begrüßen. Er ist Managing Director der deutschen Denkfabrik „Prometheus Institut“ und hat einen Ruf für sein Engagement als Befürworter von offenen Grenzen, da er das Blogprojekt www.offene-grenzen.net mitbegründet hat.

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Er begann seine Rede vor neugierigem Publikum mit einem Vergleich zwischen der Bürgerrechtsbewegung in den USA, gefolgt vom Kampf der Frauen um Gleichstellung, dem Kampf gegen Rassendiskriminierung und Diskriminierung von Minderheiten, die jetzt, aus seiner Sicht, von der nächsten globalen politischen Bewegung gefolgt werden, und zwar der gegen Diskriminierung aufgrund von Nationalität. Zu wählen, wo man leben und arbeiten möchte, ist ein elementares Menschenrecht, das nicht außer Kraft gesetzt werden sollte, weil jemand das „Pech“ hatte, in einem unterprivilegierten Land geboren zu werden.

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Nach einer Erklärung, dass Grenzen und Pässe nicht immer selbstverständlich ein Teil der menschlichen Natur waren, lernten wir, dass das erste Konzept von Staatsbürgerschaft entstand, als den Bürgern in antiken Städten größere Privilegien und Rechte eingeräumt wurden als Gastarbeitern und Besuchern. Clemens Schneider erklärte, dass das Konzept der natürlichen Grenzen, etwa die Diskriminierung von Nicht-Mitgliedern einer Familie, die nicht an den familiären Festen teilnehmen dürfen, entfremdet wurde, indem man unnatürliche Grenzen um abstrakte Konzepte wie „Nationalität“ schuf. Die Menschen begannen erst nach der französischen Revolution, sich mit ihrer Nationalität zu identifizieren, als sie sich nicht mehr als Untertanen ihres Königs definieren konnten, sondern ein anderes Konzept finden mussten, um zu bestimmen, wer zu ihrer Gruppe gehört und wer nicht.

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In Bezug auf die aktuelle Debatte zur Flüchtlingskrise beantwortete unser Redner einige häufig gehörte Einwände gegen freie Einwanderung, wie etwa die Befürchtungen zu Missbrauch des Wohlfahrtsstaates, Parallelgesellschaften und Integrationsproblemen. Er warb für eine offene, hoffnungsvolle und tolerante Einstellung gegenüber Immigranten, denn nur gegenseitiger Respekt wird die Bewunderung für die Errungenschaften der westlichen Zivilisation entfachen und kulturelle Unterschiede werden zu einer vielfältigeren, herausfordernderen und inspirierenderen Gesellschaft führen.

Schließlich verließen wir den Hörsaal mit einer Menge neuer Ideen und Konzepte im Hinterkopf und diskutierten in einem nahe gelegenen Restaurant bis spät in die Nacht. Wieder einmal zog unsere Veranstaltung zahlreiche Studenten an, denen diese Ideen neu waren und wir hoffen, einige von ihnen in der Zukunft in der globalen Bewegung für die Freiheit willkommen zu heißen.

Besucht auch unsere nächste Veranstaltung zum Thema „Armut: Wer trägt Schuld?“ mit Prof. Bryan Caplan von der George Mason University!

Das Team von SFL Heidelberg mit Clemens Schneider
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