von Maroun Attieh

BreyerOrgane sind gefragte Güter: in Deutschland warten 10.000 Menschen auf eine Organtransplantation. Das Angebot bleibt aber knapp. Pro Jahr sterben allein in Deutschland 1000 Menschen, die keine Organtransplantation bekommen konnten.

Wie das Angebot an die Nachfrage angepasst werden kann, war Thema unseres Vortrags. Der Titel ‚Freier Organhandel?‘ mag zunächst provokativ klingen, der Vortrag selbst war aber äußerst sachlich. Im Grunde lautet Professor Breyers These: es gibt nicht genug Anreize, Organspender zu werden.

GründeWie man mehr Anreize für die Organspende schafft, bleibt nicht zuletzt wegen ethischen Bedenken eine heikle Frage. Auf diese Frage ist Professor Breyer mit einer Vielzahl von Lösungsvorschlägen eingegangen.

Er plädiert zum Beispiel für die Einführung eines sogenannten Reziprozitätsprinzip: Menschen, die einen Organspenderausweis besitzen, sollen bevorzugt berücksichtigt werden, sollten sie selbst eine Organtransplantation benötigen.

Weiter sollen die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Lebendspende so umgestaltet werden, dass diese öfter möglich gemacht wird. Der status quo lautet nämlich, dass eine Lebendspende nur dann erlaubt ist, wenn Spender und Empfänger Angehörige oder enge Freunde sind. Dürften Spender auch Fremden helfen, würde sich das Angebot an Organen automatisch erhöhen.

RezProfessor Breyer betonte auch, dass die Lebendspende eine für den Spender risikobehaftete und belastende Maßnahme ist, mit der aber ein Leben gerettet kann. Spendern sollte deswegen eine Entschädigung und/oder Absicherung nicht verweigert werden.

Die Students for Liberty Heidelberg haben diese Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Hochschulgruppe Arbeitskreis Aufklärung Organspende organisiert. Dadurch gab es im Anschluss an den Vortrag noch variiertere und kontroversere Nachfragen.

Ein Konsens konnte unter den Teilnehmern natürlich nicht erreicht werden, aber wir haben die Gelegenheit für spannende Diskussionen ausgenutzt und freuen uns auf ähnliche Kooperationen mit offenen und motivierten Hochschulgruppen in der Zukunft!

Hier findet ihr Infos zu unserer nächsten Veranstaltung mit Bryan Caplan am 12. Juli zum Thema „Poverty: Who to Blame„.

Publikum